29.10.2017

Zentrale Jubilarehrung 2017 des CVS "Musik als erste und letzte Liebe"

Bild1: Ehrenurkunden und -abzeichen für jene, die seit 60, 65 und 70 Jahren aktiv singen. Bild2: Frauenchor Feinklang Freudenberg

Zentrale Jubilarehrung des Chorverbandes Siegerland mit Gefühl und Gesang / Freudenberger Chöre ließen von sich hören!

Mit einem überaus passenden Zitat aus dem Song „Music“ von John Miles eröffnete Moderatorin Sabine Klein die 26. Zentrale Jubilarehrung des Chorverbandes Siegerland in der Aula des Schulzentrums Büschergrund: „Musik war meine erste Liebe, und sie wird meine letzte sein“, rief sie den Anwesenden zu. Auf die 115 Frauen und Männer, die es gestern Morgen zu ehren galt, traf dieses Motto sicherlich zu.

Und auch der Chorverbandsvorsitzende Gert Bruch würdigte die Anwesenden, die mit ihrem Einsatz der Allgemeinheit gedient hätten, mit einem Zitat: „Musik wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Durch das frühmorgendliche Singen des Kanons „Bruder Jakob“ mit ihren Kindern hatte der Tag von Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke begonnen, die die Fähigkeiten der Musik ebenfalls hervorhob, stärke Gesang doch die bLebensfreude, das Selbstwertgefühl und lasse die Alltagssorgen eine Weile vergessen.

Als Schirmherr der Jubilarehrung maß auch Landrat Andreas Müller, selbst Chorsänger, dem Gesang einen hohen Stellenwert bei, sei doch die menschliche Stimme das älteste, echteste und schönste Organ der Musik. „Singen ist eine Leidenschaft“, sagte er und verwies darauf, dass zur Zeit über 3000 Menschen in 125 Chören von 98 Vereinen allein im Chorverband Siegerland regelmäßig zur Tat schreiten. Zusammen mit Bruch und Müller übernahm Christoph Krekeler, Vize-Präsident Recht im Chorverband NRW, die Ehrungen der Jubilare, deren Namen die SZ in ihrer Samstagsausgabe bereits veröffentlicht hat. Zunächst wurde die Sängerjugend geehrt, die bereits seit zehn Jahren singt, ebenso Chorleiter, die diesen Dienst seit 15 Jahren mit Überzeugung erfüllen. Danach gab es Ehrenurkunden und -abzeichen für jene, die seit 60, 65 und 70 Jahren in einem Chor singen. Im letzten Ehrungs-Block kamen jene an die Reihe, die seit 25, 40 und 50 Jahren in einem Chor singen.

Krekeler hielt auch die Laudatio. Eigentlich mache er sich keine Sorgen um das Singen in Deutschland, aber es sei nun mal nicht zu leugnen, dass die Mitgliederzahlen in den Chören weiterhin sinken. Verzeichne der Chorverband NRW momentan rund 156 000 Mitglieder, so seien es vor zehn Jahren noch 40 000 mehr gewesen. Dennoch liege das Singen im Trend, was TV-Formate wie „The Voice Of Germany“ oder „Der beste Chor im Westen“ eindrucksvoll belegten.

Der Rahmen, in dem gesungen werde, sei aber im Wandel, und diesem Wandel habe sich vor zwei Wochen auch der Chorverband mit einer Satzungsänderung angepasst, denn es gelte, auf anderen Wegen neue Sängerinnen und Sänger für die so positive Sache zu gewinnen. Konnten bislang nur typische Chöre dem Verband beitreten, so will man sich nun für Gruppen und Verbände öffnen, die sich auf alternativen Wegen mit dem Singen befassen. Einen Mitgliedsantrag habe beispielsweise das internationale Netzwerk „Die singenden Krankenhäuser“ gestellt, das beispielsweise in Gesundheitseinrichtungen zusammen mit demenzkranken Menschen singe. Auch die Ev. Pop- Akademie Witten, die zur Zeit mit ihrem Luther-Oratorium im Reformationsjahr in ganz Deutschland unterwegs sei, oder ein deutsch-türkischer Projektchor gehörten zu den frischen Formen, in denen sich die alte Lust am gemeinsamen Gesang auf neuen Wegen Bahn breche.

Zu einer Jubilarehrung von Chorsängern gehört natürlich auch ein entsprechendes Rahmenprogramm mit Gesang. Darum kümmerte sich in der Aula in Büschergrund eingangs der MGV Liedertafel 1842 Freudenberg. Die singenden Herren um Chorleiter Daniel Lorsbach- Groos schmeichelten sich – passenden zur frühen Stunde - mit „Das Morgenrot“ in die Ohren der Veranstaltungsbesucher oder mit dem „Rheinischen Fuhrmannslied“.

Farbige Akzente, stimmlich wie optisch ansprechend dargeboten, setzte auch der Frauenchor Feinklang Freudenberg mit seinem musikalischen Leiter Tobias Hellmann. Die Damen sangen „Welch ein Geschenk ist ein Lied“ und später noch „An Tagen wie diesen“. Das gemeinsam von allen Anwesenden gesungene Schlusslied „Come Together“, das Lied des Chorverbandes NRW, beendete die Jubilarfeier.

Bericht und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Siegener Zeitung und Simone Jurisch

PDF-Datei mit allen Jubilaren siehe unten